Sonderpädagogik: Bewegung

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Früher verordneten Ärzte den Kranken Bettruhe um Herz und Kreislauf zu schonen. Seit mehreren Jahren wird Bewegung als Prophylaxe angesehen, um den Ausbruch von Erkrankungen und Leiden zu vermeiden. Doch seit kurzem kommt Bewegung in die ganze Medizin: Auch wenn der Mensch schon erkrankt ist, hilft die Bewegung bei der Heilung. Oft nützt dosierte Bewegung mehr als teure Tabletten. Gesundmachende Zellen können wieder wachsen und Krankheitsverläufe umkehren. Englische Forscher haben in einer Vergleichsstudie nachgewiesen, dass eine dreimalige halbstündige körperliche Anstrengung in der Woche genauso wirksam gegen Traueranfälle und Missmut schützt wie Stimmungsaufheller.

Woher kommt dies?

Evolutionsmediziner der Universität von Colmbia halten es "für einen Trugschluss, wenn der Mensch sich nicht viel bewege, aber sich vernünftig ernähre und so sein Gewicht halte." Genetisch befindet sich der Mensch noch immer auf der Stufe des auf Jagen und Sammeln programmierten Lebewesens. Zeitgeschichtlich sind wir eine Stecknadelgröße in der Zeitleiste. Alles was in den letzten Jahrhunderten an Mobilität erfunden wurde, sei es das Rad, das Auto, der Zug, das Flugzeug, aber auch der Computer, die Handys, ... ist für uns Menschen in dieser Komplexität nicht mehr erfassbar. Unsere Ausstattung ist nach wie vor auf ein Leben mit athletischen Höchstleistungen programmiert. Nahrungssuche, Tierjagd, Unterkünfte bauen, aber auch schnell fliehen zu können ist unsere Bestimmung. Diejenigen, die das früher nicht leisten konnten, starben aus. Dies alles sorgte beim Mensch für ein biologisches Rüstzeug, welches optimale Abläufe im Körper garantierte, aber nur solange dieser bewegt wird. In unserer heutigen Gesellschaft spielt die Bewegung im täglichen Leben leider keine große Rolle mehr. Viele Berufe verlangen sitzende Tätigkeiten, schon Kleinkindern wird die ursprünglichste Bewegungsform- nämlich Gehen und Laufen - nicht mehr erlaubt zu lernen, sie müssen mit einem Lebensjahr in eine Laufhilfe und mit zwei Jahren auf einem Laufrad. Es fragt niemand ob sie daran Spaß haben. Der Stoffwechsel des sich wenig bewegenden Menschen läuft aus dem Ruder: Blutfette werden nicht abgebaut, sondern ergeben Gallensteine, die Verdauung läuft schleppend, so dass der Darm eine viel längere Kontaktzeit mit krebsauslösenden Stoffen hat.

Das bedeutet:

Jeder Mensch braucht täglich mindestens eine halbe Stunde intensive Bewegungszeit. Ansonsten herrscht im Körper ein Ausnahmezustand. In den Zellen und Geweben laufen permanent krankmachende Vorgänge ab.

Bewegung ist also keineswegs eine Möglichkeit um unsere Gesundheit zu verbessern, sondern unabdingbar für das normale Funktionieren eines Menschen. Gerade in der Kinder- und Jugendzeit wird der Grundstock für die späteren Lebensjahre bzgl. der Anfälligkeit bei Stürzen, speziell bei Frauen gelegt. Aber auch Rückenleiden werden durch gute Körperhaltung und -spannung nicht so oft auftreten. Die Probleme der durch ungesunde Ernährung und mangelnder Bewegung leidenden Kinder(Adipositas, Diabetes ...) sind durch die Presse bekannt.

Deshalb ist ein großer Baustein unseres Konzeptes das Motto:

Erziehung durch Bewegung