Unterrichtskonzept für die Klassenstufe 7-8

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Das Konzept zum Unterricht in den Jahrgangsstufen 7 und 8 bietet Orientierung und Transparenz für die Unterrichtsarbeit und stellt den Bezugsrahmen für das pädagogische Handeln der Lehrer dar. Es soll dem Anspruch gerecht werden, eine Schulgemeinschaft zu schaffen, in der niemand ausgegrenzt wird, in der alle Schüler entsprechend ihrer Fähigkeiten gefordert und gefördert werden und in der alle Schulabschlüsse erreichbar sind.

Das Konzept basiert auf den Arbeitsergebnissen der Steuergruppe Gemeinschaftsschule aus dem Schuljahr 2007/2008 sowie auf den Erfahrungen der vergangenen Schuljahre. In der vorliegenden Fassung dokumentiert es einen Entwicklungsstand, der noch nicht abgeschlossen ist. Eingeflossen in die konzeptionelle Gestaltung und Umsetzung sind die Gedanken und Erfahrungen zahlreicher Oberschulen, die z.T. bereits seit mehreren Jahren nach reformpädagogischen Ansätzen arbeiten (bspw. Gesamtschule Winterhude, Max-Brauer Schule Hamburg, Helene-Lange Schule Wiesbaden, IGS Göttingen, Jenaplan Schule, Evangelische Schule Zentrum in Berlin).


1. Jahrgangsteam 7 - 8

Im Team 7/8 arbeiten alle Lehrer, die in diesen beiden Klassenstufen unterrichten. Die pädagogische Arbeit wird begleitet und unterstützt durch Sozialpädagogen, Sonderpädagogen und. bei Anspruch und Bewilligung ggf. Schulhelfer.

Durch die unterschiedlichen fachlichen Ausbildungen, Zusatzausbildungen, berufliche Qualifizierungen auch jenseits des Lehrerberufes, die bisherige Arbeit im Qualifizierungsteam Gemeinschaftsschule sowie durch die umfangreiche Nutzung von beruflichen Fort- und Weiterbildungen bietet das Team ein breites Spektrum an Erfahrungen, die den Schülern in ihrer Bildung und Erziehung zugute kommen. Schwerpunkt der regelmäßig stattfindenden Teamsitzungen ist der Erfahrungsaustausch über den Einsatz alter und neuer Unterrichtsmethoden unter unseren konkreten Bedingungen sowie über die Schaffung von Lehr- und Lernbedingungen, die es gestatten, alle Schüler ihren Möglichkeiten entsprechend zu fördern.


2. Tagesstruktur

Der gemeinsame Wochenbeginn und Wochenabschluss im Klassenverband, den die Schüler aus der Grundstufe gewöhnt sind, bleibt ein fester Bestandteil der Tagesstruktur.

In der Sekundarstufe I arbeiten wir seit Beginn des Schuljahres 2008/2009 im so genannten Blockmodell. Die Entscheidung für diese Organisationsform des Unterrichts beruht auf folgenden Überlegungen:

  • Die Wochentage sind einheitlich strukturiert, was zur eingängigen Lernrhythmisierung beiträgt - das Lernklima wird beruhigt.
  • Durch den Umstieg auf das 60-Minuten-Modell und die Kopplung von jeweils 2 Stunden zu einem Unterrichtsblock von 120 Minuten ergeben sich neue Möglichkeiten für zusätzliche Lern- und Unterrichtsangebote, bspw. die Einführung selbstständiger Lernzeiten zur Übung und Vertiefung von Unterrichtsinhalten sowie die Nutzung außerschulischer Lernangebote z.B. in Projekten.
  • Durch das Blockmodell entstehen das 40-minütige Frühstücksband und das 50-minütige Mittagsband – zwei große Pausen, die nicht nur für die gemeinsame Esseneinnahme (und damit die Förderung der Gesundheitserziehung), sondern auch für außerunterrichtliche Angebote genutzt werden.
  • Im Schuljahr 2009/2010 wurde der Klassenrat eingeführt, der zur demokratischen Partizipation und zur Klärung klasseninterner Probleme beiträgt.

Die Zeiteinteilung für Unterrichts- und Pausenzeiten ist von Montag bis Freitag einheitlich folgendermaßen festgelegt (eine Unterrichtstunde dauert 60 Minuten, die kleinen Pausen haben eine Länge von 10 Minuten):

07:30 - 08:00 UhrFrühaufsicht
08:00 - 09:00 Uhr1. Unterrichtsstunde
09:10 - 10:10 Uhr2. Unterrichtsstunde
10:10 - 10:50 UhrFrühstücksband (40 Minuten)
10:50 - 11:50 Uhr3. Unterrichtsstunde
12:00 - 13:00 Uhr4. Unterrichtsstunde
13.00 - 13:50 UhrMittagsband (50 Minuten)
13:50 - 14:50 Uhr5. Unterrichtsstunde
15:00 - 16:00 Uhr6. Unterrichtsstunde


Seit dem Schuljahr 2011/2012 wurden die Unterrichts- und Pausenzeiten der Grundstufe und der Sekundarstufe I angeglichen, so dass eine bessere Durchlässigkeit des Lehrereinsatzes möglich ist.


3. Lernstrukturen
3.1 Modellstundenplan der Klassen 7 und 8

Sie können an dieser Stelle Modellstundenpläne der Klassenstufe 7 bzw. Klassenstufe 8 downloaden um den weiteren Darstellungen besser folgen zu können.

Die Basis besteht aus Inputstunden, d.h. Einführung oder Weiterführung des Lernstoffs durch den Fachlehrer auf der Grundlage der Berliner Rahmenlehrpläne sowie der Lernzeit.


3.2. Lernzeit

Die Lernzeit in der Sekundarstufe knüpft an die Freiarbeitsstunden der Grundstufe an, in der die Grundschüler lernen selbsttätig zu werden und ihre Arbeitsprozesse zu organisieren.

Während im ersten Teil der Basisstunden für alle Schüler neue Fachinhalte vermittelt und erarbeitet werden, gelten für die gebundene Lernzeit (2. Teil der Basisstunden, Betreuung durch die Fach-lehrer) und die ungebundene Lernzeit (Betreuung durch die Klassenlehrer) das Prinzip der Differenzierung und Individualisierung. Im Zentrum steht hier die Selbsttätigkeit jedes einzelnen Schülers, der sich nach Beratung mit seinem Klassenlehrer und den Fachlehrern seinen Arbeitsplan und das Lernpensum für den jeweiligen Tag und die Woche zusammenstellen muss. Hierbei muss berücksichtigt werden, auf welcher Kompetenzstufe der Schüler gerade steht, welche Lücken geschlossen werden müssen oder in welchen Bereichen ein Schüler auch schon auf der nächsten Kompetenzstufe arbeiten kann. Auf diese Weise können die Besonderheiten der unterschiedlichen Bildungsgänge bereits ab Klasse 7 berücksichtigt werden.

Das Logbuch dient dabei als Mittel der Strukturierung und der Reflexion des eigenen Lernfortschritts. Die Schüler vermerken im Logbuch ihre Tages- und Wochenziele und legen Rechenschaft darüber ab, was sie in einer Stunde oder einem Unterrichtsblock gelernt und erreicht haben, in welchen Bereichen es noch Schwierigkeiten gibt oder wo sie Hilfe benötigen.

Aufgabe des Lehrerteams ist es, unterschiedliches Lern- und Arbeitsmaterial bereit zu stellen, das die Schüler in die Lage versetzt, Defizite aufzuarbeiten, Gelerntes zu sichern oder Neues zu entdecken und erforschen.

Durch Lernnachweise können die Schüler ihre jeweiligen Lernfortschritte überprüfen und im Logbuch dokumentieren.


3.3 Projekte
3.3.1 Struktur des Profils Werkstätten

Die Schüler der Jahrgänge 7 und 8 wählen ihre Werkstätten in Absprache mit ihren Eltern jeweils für ein Halbjahr.

Die Werkstattangebote sind personell abhängig und können daher wechseln. Die Angebote werden den Schülern in einer Werkstattmesse und auf unserer Werkstattseite vorgestellt.

Die Ergebnisse werden auf einer Präsentationsveranstaltung am Ende des 1. Halbjahres sowie einer Vorstellung im Rahmen des Sommerfestes präsentiert.


3.3.2 Kooperationspartner der Grünauer Gemeinschaftsschule

Wir arbeiten in der Klassenstufe 7/8 eng mit den Kooperationspartnern unserer Schule aus den Bereichen Berufsorientierung, Wissenschaft und Forschung, Ganztagsbetrieb/Werkstätten und Prävention/Sport und Freizeit zusammen.

Darüber hinaus bringen viele Erzieherinnen, Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule ihre besonderen Fähigkeiten ein mit Angeboten wie:

  • Schülerfirma ‚Catering‘
  • Volleyball
  • Badminton
  • Mediation
  • Schach
  • Rudern
  • Russisch-Schnupperkurs
  • Aerobic
  • Tanzen
  • Inlineskaten
  • Arbeitslehreprojekte Holz
  • Kunstprojekte
  • Schmuckwerkstatt
  • u. v. a. m.

3.4 Service-Learning

In den Jahrgangsstufen 7 und 8 wird den Schülern durch das Service-Learning die Möglichkeit geboten durch ehrenamtliches Engagement in außerschulischen Bereichen soziale Kompetenzen zu erwerben.

Dabei betätigen sich die Schüler während eines Schuljahres 90 Minuten pro Woche in einer gemeinnützigen Einrichtung und lernen, dass sich der Einsatz für das Gemeinwohl lohnt, sie stärken ihr Selbstbewusstsein und wenden schulisches Wissen praktisch an.

Das soziale Engagement der Schüler wird im Unterricht gemeinsam geplant, reflektiert und mit den Inhalten der Bildungs- und Lehrpläne verknüpft.


3.5 Wahlpflichtkurse

Jeder Schüler entscheidet sich mit Beginn der 7. Klasse entsprechend seiner Neigungen und Fertigkeiten für einen Wahlpflichtkurs. Der Wahlpflichtkurs ist verpflichtend für 2 Jahre. Das Angebot im Schuljahr 2012/2013 umfasst die Fächer:

  • Spanisch,
  • Darstellendes Spiel,
  • Kultur,
  • Kunst,
  • Arbeitslehre.

4. Besondere Lernangebote und außerschulische Kooperationspartner
4.1 Lernkompetenzcurriculum

Seit dem Schuljahr 2009/2010 wird in allen Klassenstufen unserer Schule an der Umsetzung eines Lernkompetenzcurriculums gearbeitet. Anknüpfend an das Konzept der Realschule Enger sollen die Schüler auf diese Weise besser auf die Anforderungsprofile vieler Unternehmen vorberei-tet werden, die neben der Beherrschung schulischer Standardqualifikationen in den Kernfächern Mathematik, Deutsch und Englisch vor allem Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationsfähig-keit, Teamfähigkeit und selbstständiges Lernen einhergehend mit Lern- und Leistungsbereitschaft einfordern.

4.2. Struktur des Profils "Berufsorientierung – Berufseinstieg"

Um unsere Schüler gut auf das Berufsleben vorzubereiten, verwirklichen wir ab Jahrgangsstufe 6 die Umsetzung des Berufsorientierungskonzeptes unserer Schule. In Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern (JAO, mehr als lernen e.V.) wird für die Schüler unserer neuen 7. Jahrgangsstufe innerhalb der ersten Schulwoche ein Teamtraining organisiert, welches das Kennenlernen erleichtern soll. In der Jahrgangsstufe 8 erfolgt mit Unterstützung der Gesellschaft für berufsbildende Maßnahmen für alle Schüler eine Potentialanalyse, mit deren Hilfe Fähigkeiten und Fertigkeiten ausgelotet werden sollen, um die Berufswahl zu erleichtern. Alle Schüler der 9. Klassen nehmen an einem dreiwöchigen Betriebspraktikum teil.

5. Leistungsbewertung und Lerndokumentation

Seit dem Schuljahr 2008/2009 erfolgt die Leistungsbewertung in Anlehnung an die Punkte- und Notenskala der Berliner Gesamtschule (0-15 Zensurenpunkte gebunden an die Noten 1-6).

  • Notenpunkte-Liste und Lernnachweis-Übersicht im Logbuch
  • Schüler-Eltern-Lehrer-Gesprächen mit inpidueller Leistungseinschätzung, dessen Gesprächsgrundlage eine indiduelle schriftliche Selbsteinschätzung jedes Schülers ist
  • Fachlehrer-Gespräch
  • Halbjahreszeugnis
  • Endjahreszeugnis
  • Logbuch.

6. Freizeitangebote

In der unteren Etage des R-Gebäudes befindet sich unser Schülerclub. In den Aufbau involviert sind die Wahlpflichtkurse Kunst in den Jahrgängen 7/8 sowie die in der Werkstatt „Schülerclub“ engagierten Schüler. Alle Schüler können nach ihren Interessen in einer angenehmen Umgebung den Schulalltag beginnen und auch beenden.

Auch im Frühstücks- und Mittagsband stehen ihnen die Räume für bewegte Spiele, wie Tischkicker oder Billard zur Verfügung. Darüber hinaus können sie einen Raum zum Musik hören oder um gemütlich in Gemeinschaft zu frühstücken, nutzen.

7. Formen der Kooperation von Eltern und Schule

Wesentlicher Pfeiler bei der Umsetzung dieses Konzepts und Erfolgsgarant ist die regelmäßige Zusammenarbeit mit den Eltern. Diese wird erreicht durch kontinuierlichen Informationsaustausch zwischen Schule und Elternhaus über das Logbuch; die Eltern zeichnen das Logbuch wöchentlich ab und nehmen dadurch regelmäßig Kenntnis von vermerkten Terminen und Eintragungen in die Notenliste. Weitere Möglichkeiten des Austausches sind z. B. folgende:

  • die Teilnahme an den Schüler-Eltern-Lehrer-Geprächen (2x jährlich)
  • notwendigenfalls der Abschluss von Erziehungsvereinbarungen zu Beginn der 7. Klasse
  • thematische Elternversammlungen
  • Klassen-Elternabende
  • Fachlehrergespräche (1x jährlich)


Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten der Unterstützung unserer Arbeit durch die Eltern, auf die wir z.T. bereits im vergangenen Schuljahr zurückgreifen konnten, wie zum Beispiel:

  • Hilfe bei der Gestaltung der Klassen- und Freizeiträume und des Schulgeländes,
  • Organisation von Veranstaltungen für die Jugendlichen,
  • Angebote für die Gestaltung des Mittagsbandes,
  • Unterstützung bei Schulveranstaltungen, Ausflügen und Klassenfahrten,
  • Mitgliedschaft im Förderverein unserer Schule.