Unterrichtskonzept für die Klassenstufe 4-6

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Das Konzept zum Unterricht in den Jahrgangsstufen 4, 5 und 6 bietet Orientierung und Transparenz für die Unterrichtsarbeit und stellt den Bezugsrahmen für das pädagogische Handeln der Lehrer1 dar. Es basiert auf den Erfahrungen der vergangenen Schuljahre und den konzeptionellen Überlegungen zur pädagogischen Ausgestaltung der Grünauer Gemeinschaftsschule.


1. Lehrerteam 4, 5, 6

Das Lehrerteam setzt sich aus Kollegen zusammen, die hauptsächlich in den Klassenstufen 4 bis 6 unterrichten. Neben den Fachlehrern gehört ein Sonderpädagoge zum Team. Die unterschiedlichen fachlichen Ausrichtungen, verschiedene zusätzliche pädagogische Weiterbildungen und Ausbildungen der Lehrer (z. B. Sinus Transfer Mathematik und Naturwissenschaften, Montessori, Pädagogische Schulentwicklung) unterstützen besonders den Austausch zum Einsatz vielfältiger Methoden. Das Lehrerteam 4, 5, 6 übernimmt die Aufgabe, in regelmäßig stattfindenden Teamsitzungen dieses Konzept zu reflektieren und die Lern- und Lehrbedingungen den sich verändernden Bedingungen und Erfordernissen anzupassen.


2. Unterricht in Jahrgangsklassen

Die Schüler  der Klassen 4, 5 und 6 werden in altershomogenen Jahrgangsklassen unterrichtet, wobei die einzelnen Jahrgangsklassen aus alters- und leistungsheterogenen Gruppen bestehen.
In den Jahrgängen 5 und 6 werden klassenübergreifende Werkstätten angeboten, die von den Schülern nach Interesse und Neigung ausgewählt und halbjährlich gewechselt werden können.


3. Unterrichtsinhalt und Unterrichtsgestaltung

Alle Lehrer in den Klassenstufen 4, 5 und 6 sind an die geltenden Berliner Rahmenlehrpläne und Lernziele gebunden und arbeiten unter Berücksichtigung von pädagogischen Standards und ausgewählten Repertoires von Unterrichtsmethoden, die je nach Lernsituation sinnvoll eingesetzt werden. Die Lehrer des Teams arbeiten nicht nach starren Prinzipien und Vorgaben, sondern entwickeln ihre Ideen zur Unterrichtsgestaltung gemeinsam weiter. Dabei berücksichtigen alle Kollegen bei ihrer Arbeit verschiedene reformpädagogische Ansätze.


3.1 Prinzipien der Unterrichtsgestaltung

Unabhängig von der pädagogischen Ausrichtung und den  unterschiedlichen methodisch-didaktischen Entscheidungen gibt es grundlegende Übereinstimmungen über die Gestaltung von Unterricht.
Der Unterricht

  • begünstigt eigenaktives und lebensnahes Lernen,
  • berücksichtigt die Individualität der Lernenden,
  • fördert die Entwicklung von Selbstständigkeit und Eigenverantwortung,
  • unterstützt Formen der Partner- und Gruppenarbeit, um die Entwicklung zur Kooperation zu fördern,
  • ist in einem angemessenen Verhältnis fachbezogen, fächerverbindend und fachübergreifend gestaltet.

3.2 Lernformen

Die Prinzipien der Unterrichtsgestaltung dienen zur Orientierung für alle Lehrer im Team und können über eine Mischung verschiedener Lernformen umgesetzt werden. Hierbei sind die Lehrer in der Verantwortung, eine Ausgewogenheit herzustellen zwischen:

  • Strukturiertheit und Offenheit der Lernorganisation,
  • gemeinsamen und individuellen Lernsequenzen,
  • traditionellen und reformpädagogischen Lehrmethoden.

 

3.2.1 Gebundener Fachunterricht

Der Fachunterricht in gebundener Form wird dann erteilt, wenn ein gemeinsames Lernen und Arbeiten erforderlich ist, und umfasst je nach pädagogischer Ausrichtung einen unterschiedlich großen Teil der Unterrichtszeiten aller Fächer.
In diesem Rahmen werden gemeinsame Einführungen gegeben, Lerninhalte gefestigt und vertieft. Die Schüler erlernen verschiedene Präsentationstechniken, wodurch der gebundene Fachunterricht einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Handlungskompetenz leistet.


3.2.2 Projektorientierter Unterricht

Im Projektunterricht können sich die Schüler intensiv und mit allen Sinnen über einen längeren Zeitraum mit einem Thema beschäftigen, wobei immer mehrere Fächer, aber auch außerschulische Lernorte in die Arbeit mit einbezogen sind. Die Projektthemen können aus einem besonderen Interesse der Kinder heraus, durch Vorschläge der Lehrer oder durch eine Exkursion entwickelt werden. Die Projektangebote können je nach Inhalt allein, mit einem Partner oder in Gruppen bearbeitet werden.

Diese Lernform fordert von den Schülern in besonderem Maße:

  • Selbstständigkeit, Selbstorganisation,
  • die Fähigkeit, miteinander zu kooperieren und zu kommunizieren,
  • die Anwendung einer Vielzahl von Methoden und Techniken.

3.2.3 Lernen am anderen Ort

Das Lernen an außerschulischen Lernorten ergänzt jeden Unterricht und wird möglichst oft eingeplant.
Zu den vielfältigen Möglichkeiten gehören u. a.:

  • Exkursionen in Naturschutzgebiete um das Freilandlabor Kaniswall,
  • Erkundungen im nahe gelegenen Wald,
  • Besuche von Ausstellungen, Museen, Theatern und Konzerten,
  • Angebote des FEZ Berlin zu Umwelt und Technik,
  • Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin (Naturwissenschaften),
  • Zusammenarbeit mit dem MeTeUm,
  • Sehenswürdigkeiten Berlins.

4. Lernkompetenzkonzept

Seit dem Schuljahr 2009/2010 wird in allen Klassenstufen unserer Schule an der Umsetzung eines Lernkompetenzkonzepts  gearbeitet. Ziel ist es, die Schüler mit einem Repertoire an Methoden und Techniken auszustatten, welches sie auf die Anforderungen in den verschiedenen Schulstufen, in der Berufsausbildung sowie im Studium  vorbereitet. Die Schüler erlernen verschiedenen Methoden, die sie dazu befähigen,  Arbeitsschritte zielgerichtet zu planen, rationell zu arbeiten, Informationen zu beschaffen und sachgerecht aufzubereiten, Arbeitstechniken und Verfahren sachbezogen und situationsgerecht anzuwenden und Ergebnisse zu strukturieren und zu präsentieren.

Schwerpunkt in den Klassen 4, 5 und 6 sind zu Beginn eines jeden Schuljahres grundlegende Lern- und Arbeitstechniken im Bereich der Eigenorganisation des Lernprozesses (z. B. Hefterführung, Hausaufgaben, Fragen der Zeiteinteilung).
In regelmäßigen Abständen über das Schuljahr verteilt werden insbesondere den Schülern der 5. und 6. Klasse wichtige Techniken der Informationsentnahme  und -verarbeitung vermittelt (z. B. Mind Mapping, Lesetechniken, Arbeit mit Nachschlagewerken, Techniken des Markierens und Strukturierens).


5. Förderung

Wie bereits in den ersten drei Jahrgangsstufen werden die Schüler der 4. bis 6. Klasse individuell gefördert. Schüler, die sehr schnell lernen, erhalten durch wöchentliche Impulsstunden neue Anreize, um sich mit Sachverhalten auseinanderzusetzen. Für diejenigen, denen das Lernen in bestimmten Bereichen nicht so leicht fällt, wird neben der individuellen Förderung im Unterricht auch möglichst regelmäßige Arbeit in Kleingruppen angeboten.


6. Bewertung der Schülerleistungen

In den 4. Klassen entscheiden die Eltern in der ersten Elternversammlung, ob ihre Kinder ein Notenzeugnis  oder ein kompetenzorientiertes Zeugnis erhalten. Ab Klasse 5 wird zensiert.
Die Schüler der Klassenstufen 4 bis 6 erhalten halbjährlich eine schriftliche Information über das Arbeits- und Sozialverhalten.


7. Rhythmisierung des Tagesablaufes

Ab dem Schuljahr 2012/2013 werden die Unterrichts- und Pausenrhythmen zwischen der Grundstufe und der Sekundarstufe I an der Grünauer Gemeinschaftsschule weiter angeglichen.
Es wird nach dem 60-Minuten-Modell unterrichtet.
Diese Veränderung im Tagesablauf begründet sich durch folgende Zielvorstellungen:

  • Beruhigung des allgemeinen Lernklimas an der Schule durch weitgehende Vereinheitlichung des Unterrichts- und Pausenrhythmus von Grundstufe und Sekundarstufe I,
  • Nutzung des Frühstücksbandes für die tägliche, konkrete Gesundheitserziehung und die gleichzeitige Nutzung dieser Zeit zur weiteren Herausbildung sozialer Kompetenzen,
  • Lehrereinsatzes in der Grundstufe und in der Sekundarstufe I ohne sich überschneidende Stundenzeiten

8. Selbstorganisiertes Lernen zu Hause

Hausaufgaben werden in angemessenem Umfang gestellt und stehen in einem sinnvollen Zusammenhang mit dem Unterricht. Sie dienen der Vorbereitung, Ergänzung sowie Vertiefung ausgewählter Unterrichtsinhalte und unterstützen die Schüler bei der Entwicklung von Selbstständigkeit und Selbstverantwortlichkeit für die eigenen Lernprozesse.


9. Kooperation mit den Eltern

Ein Austausch sowie eine regelmäßige Rückmeldungen zwischen den Eltern und den Lehrern der Klassen 4, 5 und 6 sollen die Entwicklung der Schüler unterstützen und zur Transparenz des Leistungsstandes der Schüler beitragen. Möglichkeiten des Austausches sind z. B. folgende:

  • Eltern-Lehrer-Gespräche,
  • Schüler-Eltern-Lehrer-Gespräche,
  • thematische Elternversammlungen,
  • Elternabende,
  • Elternsprechtage.

Elternmitarbeit kann in schulischen und außerschulischen Bereichen die Unterrichtsarbeit und den Lehrer unterstützen. Dabei gibt es vielfältige Möglichkeiten, die individuell abgesprochen werden können.