Konzept der Lotus-Lerngruppen F, H und J (Klassen mit jahrgangs- übergreifendem Lernen - Jahrgangsstufen 1, 2 und 3)

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Arbeit nach Lotusplan


Mit Lotus arbeiten heißt für uns fLexibel, kompetenzOrientiert, ganzheiTlich, individUell und selbstStändig die Unterrichtsinhalte auf die Schülerinnen und Schüler abzustimmen, so dass sich jedes Kind stabiles Basiswissen und beständige Basisfertigkeiten aneignet und Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit, Selbstständigkeit und Kritikfähigkeit erwirbt.


1. Arbeit nach dem Lotusplan

Die Lotusplanungsmethode stammt aus dem Bereich der Portfolioarbeit. Der Lotusplan dient den Pädagogen als Planungsinstrument ihres Aufgabenbereiches. Dabei orientieren wir uns an einem Projektthema. Diesem werden unter ganzheitlichen Gesichtspunkten die Lerninhalte zugeordnet. Sie generieren sich aus den Unterrichtsfächern und den Rahmenplaninhalten.

Bild Die Planung beginnt mit der Festlegung eines Projektthemas. Dieses Projektthema ist Ausgangspunkt für alle weiteren Planungen. Für alle Projekte ist ein Bearbeitungszeitraum festgelegt.

Passend zum Projekt können bis zu 8 Unterrichtsfächern zugeordnet werden.

Jedes Unterrichtsfach umgeben nun wiederum acht Kästchen. In ihnen sind Inhalte, Materialien, Methoden oder Zielformulierung angegeben.


2. Rhythmisierung

Eine Struktur, die sich wiederholt und verlässlich ist, und sich außerdem durch einen Wechsel von Anspannung und Entspannung, Lernen und Spielen sowie Arbeiten und Feiern auszeichnet, bietet beste Voraussetzungen zum selbstständigen und vollständigen Lernen.

Deshalb gliedern wir das Schuljahr in 6 große Projekte. Diese Projekte sind in ihrer Dauer nicht gleich, gehen aber jeweils über mehrere Wochen. Außerdem wird es auch kleinere Themengebiete geben, die keinem Projekt zugeordnet sind und durch den fehlenden Zusammenhang auch keinem Projekt willkürlich zugeordnet werden.

Im Schuljahr feiern wir gemeinsam die Geburtstage der Kinder, Weihnachten, Fasching und das Sommerfest. Jährlich wiederkehrende Höhepunkte sind die Klassenfahrt, die Spaßolympiade, der Projekttag Deutsch, der Projekttag Mathematik und die Projektwoche in der letzten Schulwoche.

Die Schulwoche strukturiert sich wie folgt: Die Woche beginnt mit einem gemeinsamen Morgenkreis der Lerngruppen F, H und J. Innerhalb dieser Montagskreise werden Projektthemen eröffnet, Ziele formuliert, Absprachen getroffen, präsentiert oder, oder, oder

Die Basisstunden und Freiarbeitsstunden sind im Stundenplan festgelegt und für alle Beteiligten nachvollziehbar und erwartbar.

Jede Woche wird in der Lerngruppe beendet im Wochenabschlusskreis. Er bietet die Möglichkeiten der Reflexion der Woche, der Präsentation und des Sammelns neuer Ideen für die kommende Woche und dient der Einstimmung ins Wochenende.

Die Ankommenszeit in der Schule ist von 7.30 Uhr bis 7.50 Uhr. In diesem Zeitfenster kommen die Kinder an, sortieren ihre Sachen, bereiten sich auf den Unterricht vor und haben noch Zeit für die so wichtigen Gespräche mit ihren Klassenkameraden. Die Zeit zwischen 7.50 Uhr und 8.00 Uhr ist schon Arbeitszeit, in der gelesen werden soll. Nach einer ersten Arbeitsphase frühstücken wir gemeinsam in den Lerngruppen, um im Anschluss daran eine bewegte Pause auf dem Hof zu erleben. Nun geht es in die zweite große Arbeitsphase. An diese schließt sich die Mittagspause an. Diese Pause bietet wieder viel Möglichkeit der Bewegung. Gestaltet werden kann diese Pause, wie auch die erste Hofpause mit den „Buddyangeboten“. Nach der Mittagspause haben die Schülerinnen und Schüler, je nach Klassenstufe, noch unterschiedlich lange Unterrichtszeit.

Im Anschluss an die Unterrichtszeit werden die Kinder von den Pädagoginnen des offenen Ganztagsbetriebes (Hort) übernommen.


3. Methoden

In den Lotusklassen werden ausgewählte didaktische Methoden miteinander verzahnt, um den individuellen Lerntypen und den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Eigenverantwortliches Lernen, unterschiedliche Sozialformen und klassenübergreifende Projekte sind uns wichtig. Hierbei legen wir Wert darauf, dass in homogenen Basisstunden die Voraussetzungen für die Freie Arbeit und das soziale Lernen in der Jahrgangsmischung vermittelt werden.

Homogene Basisstunden in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht bauen Grundlagen für die jeweilige Alters- und Klassenstufe auf, die Kinder für das Lernen in der Freiarbeit benötigen. Sie werden von den Kindern als Sonnen-, (1.Klasse), Mond-, (2.Klasse) und Stern Stunden, (3.Klasse), bezeichnet. Im dritten Schuljahr kommen die Fächer Englisch und Schwimmen dazu.

Heterogene Freiarbeitsstunden, in denen die Kinder ihre Fähigkeiten im sozialen Verbund der Klassengemeinschaft erproben und das erworbene Wissen aus den Basisstunden selbständig anwenden. Altersgemischt werden auch die Fächer Sport, Musik, Kunst unterrichtet. Der individuelle Wochenplan bildet die Arbeitsgrundlage für Schüler, Lehrer und Eltern und ist verbindlich.


4. Lernumgebung

Eine vorbereitete und kindorientierte Umgebung ist die Voraussetzung für erfolgreiches Lernen. Für den Deutsch-, Mathematik- und Sachunterricht gibt es Bücher und Arbeitshefte. Die Möglichkeit des Förderns und des Forderns und die Berücksichtigung des eigenen Lerntempos sind für die Auswahl des Lehrwerks ausschlaggebend. In regelmäßigen Abschnitten erfolgen Lernstandserhebungen und Rückmeldungen.

Für den offenen Unterricht stehen Materialien aus der Montessori Pädagogik und andere Lernmaterialien zur Verfügung, mit denen unserem Anspruch auf das Gleichgewicht zwischen Kopf- und Handarbeit im Sinne des Handlungsorientierten Unterrichts Rechnung getragen wird.

 

5. Gemeinschaft

Unser Ansatz im Rahmen der Gemeinschaftsentwicklung ist die Stärkung der emotionalen Entwicklung aller Kinder. Die emotionale Entwicklung ist ein lebenslanger Prozess und gleichzeitig Fundament aller Entwicklungsbereiche:

  • der motorischen Entwicklung
  • der sprachlichen Entwicklung
  • der sozialen Entwicklung
  • und der intellektuellen Entwicklung.


Wir wollen die Kinder dazu befähigen, die eigenen Gefühle (positive wie negative) zu erkennen, mit diesen umgehen und sie ausdrücken zu können.

Damit wird eine Basis für die individuelle persönlichkeitsstärkende Entwicklung des Einzelnen geschaffen und gleichzeitig eine Voraussetzung für das Wachsen harmonischer sozialer Beziehungen. Den Kindern werden eine Fülle von Möglichkeiten angeboten, ihre Fähigkeiten zur Empathie zu entwickeln und damit die Fähigkeiten:

  •  andere Meinungen anzuhören, zu respektieren sowie die eigene Meinung auszusprechen
  •  Verständnis für die Verschiedenheit anderer zu entwickeln
  •  Mitgefühl zu zeigen
  •  Konsequenzen eines bestimmten Handelns zu erkennen
  •  Verantwortung zu übernehmen.


Gemeinsame Regeln und Rituale begleiten die Kinder in diesem Entwicklungsprozess. Die Pädagogen werden dabei sensibel und hellhörig auf die Gedanken und Gefühle der Kinder achten, die Kinder begleiten und Situationen schaffen, in denen sie gemeinsam mit den Kindern Dinge tun, durch die die Kinder Selbstvertrauen gewinnen und zu Persönlichkeiten heranwachsen, die Zutrauen in die eigene Kraft haben.