Konzept der Lerngruppen A, B und C (Klassen mit jahrgangs- übergreifendem Lernen - Jahrgangsstufen 1, 2 und 3)

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1. Tagesbeginn

In der Zeit zwischen 7.30 bis 7.50 Uhr können die Kinder den Klassenraum betreten. Sie packen die Schulsachen für den Tag aus der Schulmappe in ihren Stehordner. Anschließend können sie sich unterhalten, lesen, nutzen die vorhandenen Lernspiele oder beginnen schon mit ihren Werkstattaufgaben.

Die Erstklässler sind stolz darauf, endlich Schulkinder zu sein. Wir möchten dieses Gefühl stärken, die Selbständigkeit erhöhen und für eine ruhige Atmosphäre auf unserer Etage sorgen. Deshalb sollen die Kleinen so früh wie möglich, spätestens nach den Herbstferien, nicht mehr von den Eltern bis zum Klassenzimmer gebracht werden. Zweit- und Drittklässler sollen grundsätzlich alleine in den Raum ihrer Lerngruppe kommen.

Bei der Erziehung zur Selbständigkeit und Unabhängigkeit benötigen wir die Unterstützung der Eltern. Dazu gehört:

  • Ich gehe alleine zum Klassenraum.
  • Ich komme pünktlich.
  • Ich trage meine Schulsachen alleine.
  • Ich ziehe mich alleine um und sorge für Ordnung an der Garderobe.
  • Ich packe meinen Stehordner allein.
  • Ich verhalte mich ruhig und rücksichtsvoll im Klassenraum.

2. Gesprächskreis

Jede Woche beginnt mit dem Gesprächskreis. Hier haben alle die Gelegenheit von schönen Erlebnissen zu berichten. Wer möchte, kann auch Sorgen, Ärgernisse oder Probleme zur Sprache bringen. Außerdem werden Absprachen für die anstehende Schulwoche getroffen. Es gelten folgende Gesprächsregeln:

  • Nur einer redet.
  • Wir hören aufmerksam zu.
  • Wir lassen uns ausreden.
  • Wir sprechen laut und deutlich.
  • Wir konzentrieren uns auf das Wichtige.

3. Clubunterricht

Die Kinder haben 8 Clubstunden in der Woche – jeweils 4 in Mathematik und 4 in Deutsch. In diesen Stunden treffen sich die Schüler der gleichen Jahrgangsstufe in einem Raum zum gemeinsamen Unterricht. Hier werden neue Lerninhalte bearbeitet, Arbeitstechniken geübt und Schwerpunktprobleme besprochen, die für die selbständige Arbeit im Werkstattunterricht unbedingt nötig sind.


4. Werkstattstunden

In diesen Stunden bearbeiten die Kinder die Lerninhalte in den Bereichen Sachkunde, Kunst, Musik und teilweise Deutsch und Mathematik.

Der Unterricht wird in Form von Werkstätten zu den folgenden Themen angeboten: Kennenlernen, Verkehrserziehung, Herbst, Märchen / Weihnachten, Winter, 5-Sinne, Frühling / Ostern und Tiere.

Jedes Kind erhält einen Arbeitsplan mit den Aufgaben seiner Altersstufe, die in Pflicht- und Wahlaufgaben unterteilt sind. Es kann in seinem eigenen Tempo arbeiten, wird aber dazu angehalten, die Arbeitszeit intensiv zu nutzen. Besonders leistungsstarke Kinder haben die Möglichkeit die schwierigeren Aufgaben der älteren Kinder zu lösen. Kinder, die bei der Lösung einer Aufgabe überfordert sind, bekommen inpiduelle Unterstützung durch uns Lehrer oder durch den Erzieher. Jede Werkstatt wird in einer gemütlichen Runde aller Kinder der Lerngruppen A, B, C eröffnet und beendet. Dabei wird gesungen, es werden Lieder und Gedichte vorgetragen, Geschichten vorgelesen, Sketche gespielt, Rätsel geraten oder manchmal auch eine DVD zum Thema angeschaut.

Damit eine ruhige und harmonische Arbeitsatmosphäre herrscht, wurden gemeinsam mit den Schülern diese Arbeitsregeln aufgestellt:

  • Wir flüstern.
  • Wir arbeiten.
  • Wir schleichen.
  • Wir helfen.

Nach Beendigung einer Werkstatt wird die Arbeitsweise mit den Kindern ausgewertet. Oft erhält jeder noch eine zusätzliche schriftliche Einschätzung.


5. Clubwochen

Im Anschluss an die meisten Werkstätten wird eine Clubwoche mit dem Schwerpunkt Deutsch / Mathematik durchgeführt. In dieser Zeit haben die Kinder zwei Deutschstunden und eine Mathematikstunde (abwechselnd mit einer Deutsch- und zwei Mathematikstunden) am Tag gemeinsam mit den Schülern der gleichen Klassenstufe. Auch der Musik- und Kunstunterricht wird altershomogen unterrichtet. Die Sportstunden finden wie gewohnt statt.


6. Englisch

Die Drittklässler der Lerngruppen A, B, C haben gemeinsam wöchentlich zwei Stunden Englisch.


7. Sport

Der Sportunterricht findet jahrgangsübergreifend statt. Einmal in der Woche sind die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3 nicht dabei, weil sie zum Schwimmunterricht gehen.


8. Frühstücksband ( 09.25 - 10.10 Uhr )

Nach dem ersten Block (zwei Unterrichtsstunden) haben die Kinder gemeinsam mit ihrer Lerngruppenleiterin von 9.25 Uhr bis 9.45 Uhr Frühstückspause. In dieser Zeit wird vorgelesen, Musik gehört, mitunter werden Probleme und Konflikte geklärt und die Kinder können erzählen, worauf sie stolz sind, was sie freut oder ärgert. Es herrscht eine gemütliche, ruhige und entspannte Atmosphäre. Die anschließende Pause auf dem Hof bietet die Möglichkeit zum Rennen, Spielen und Klettern. Wer möchte, kann sich aber auch in den „Garten der Ruhe“ zurückziehen.


9. Beurteilungen / Bewertung

Die Lerninhalte werden vom Berliner Rahmenplan vorgegeben. In der 3. Klasse werden die vom Schulgesetz vorgegebenen Klassenarbeiten geschrieben. Außerdem erfolgen sowohl in dieser Klassenstufe wie auch in Klasse 1 und 2 häufig kleine schriftliche Kontrollen. Unter den Tests ist in einer Übersicht erkennbar, wie das einzelne Kind im Vergleich zu den Mitschülern seiner Altersgruppe abgeschnitten hat. Am Ende der 3. Klasse werden jährlich die Vergleichsarbeiten in Deutsch und Mathematik geschrieben.

In unseren Lerngruppen erhalten die Kinder der Klassenstufe 1 und 2 am Ende des Schuljahres ein Zeugnis mit verbaler Beurteilung. Zum Ende des ersten Halbjahres wird ihre Leistung mit einem „Kleinen Winterzeugnis“ anerkannt. In der Klassenstufe 3 haben wir seit zwei Jahren sehr gute Erfahrungen mit der Bewertung durch Noten gemacht. Die Kinder erhalten dann zum Halbjahr und zum Endjahr ein Notenzeugnis. Das Arbeits- und Sozialverhalten wird mit einem Indikatorenzeugnis eingeschätzt.


10. Rituale
  • Begrüßung: Der Tag beginnt mit einem Begrüßungsspiel, -lied oder -spruch.
  • Datum: Der Datumskalender (Jahreszeit, Monat, Tag, Wochentag) wird täglich vom verantwortlichen Kind eingestellt. Jeden Morgen liest ein Kind das Datum vor.
  • Erzählstein / Bücherwurm / Erzählball: Im Kreis darf nur sprechen, wer den Erzählstein (bzw. Bücherwurm, Erzählball) in der Hand hält. Wer erzählt hat, darf ihn an das nächste Kind weitergeben.
  • Patenschaften: Um den Erstklässlern zu helfen, sich schnell im Schulleben zurechtzufinden, übernehmen ältere Kinder aus der Lerngruppe gern die Patenschaft. Die Paten helfen, lesen vor und unterstützen bei schwierigen Aufgaben.
  • Geburtstage: An seinem Geburtstag steht das Kind im Mittelpunkt. Die Lerngruppe gratuliert, es gibt eine kleine Überraschung und alle singen ein Lied.  Fasching: Die Lerngruppen A, B, C feiern gemeinsam Fasching. Am Vormittag wird hier  das Faschingsfest mit dem Lernen verbunden. Den Nachmittag genießen die Kinder mit Spaß, Spiel und Tanz.
  • Chefaufgaben / Ämter: Die Kinder übernehmen regelmäßig für einen längeren Zeitraum Ämter in der Klasse und sind dann die Chefs für diesen Bereich.
  • Aufräummusik: Wenn am Ende des Werkstattunterricht Musik erklingt, wissen die Kinder, dass sie die Arbeit beenden und aufräumen sollen. Lernmaterialien müssen an die ursprüngliche Stelle zurückgestellt und der Platz aufgeräumt werden.

11. Gemeinsame Höhepunkte
  • Crosslauf: Jedes Jahr im Herbst nehmen wir am Crosslauf teil. Klassenfahrten: Die Lerngruppen A, B, C unternehmen jedes Jahr gemeinsam eine Klassenfahrt.
  • Sportfest: Einmal jährlich findet ein Sportfest statt, an dem wir uns beteiligen.
  • Projekttag Mathematik: Alle altersgemischten Lerngruppen der Klassenstufe 1-3 führen gemeinsam einen Projekttag mit dem Thema „Abenteuer Mathematik“ durch.
  • Projekttag Deutsch: Alle altersgemischten Lerngruppen der Klassenstufe 1-3 führen gemeinsam einen Deutsch - Projekttag durch.
  • Projektwochen: In den letzen beiden Schulwochen arbeiten die Kinder der LG A, B, C in Projekten. 1/3 der Kinder übt für das Einschulungsprogramm zur Begrüßung der neuen Lernanfänger. Die anderen beschäftigen sich mit einem bestimmten Thema. In den vergangenen beiden Jahren waren es die Themen „Grünau“ und „Köpenick“. Am Ende der Projekttage stellen beide Gruppen ihre Ergebnisse vor.